Private Markets – Infrastruktur, Private Equity, Private Debt und Immobilien – zeichnen sich durch ausgeprägte Korrelationsmuster und höhere risikobereinigte Renditen aus und bieten sich als mögliche Lösung an. So können sie ein klassisches 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen ergänzen, dessen Diversifizierungspotenzial auf einer negativen Korrelation zwischen Aktien und Anleihen beruht. In den vergangenen vierzig Jahren hat sich die Korrelation zwischen diesen beiden Assetklassen jedoch deutlich verstärkt und dürfte vor dem Hintergrund der steigenden Inflation weiter zunehmen. Denn Inflationsschocks treiben die Anleiherenditen im Allgemeinen in die Höhe, und dies zu einem Zeitpunkt, zu dem Risikoaktiva tendenziell eher unter Druck stehen. Die Folge: Die Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen könnten ins Plus drehen – was für eine breitere Diversifizierung spricht.*
In einem fragmentierten Marktumfeld könnten Anleger aus unserer Sicht verstärkt über Private Markets in die Realwirtschaft investieren, denn mit der Inflation steigt auch das Risiko, dass sich traditionell negative Korrelationen abschwächen. Der Ausbau Künstlicher Intelligenz schafft ebenso wie die Energiewende Nachfrage in Bereichen wie Rechenzentren und Infrastruktur, doch das begrenzte Angebot erfordert sorgfältige Auswahl.
Um das Potenzial der Märkte auch in einem Zeitalter der Fragmentierung auszuschöpfen, sind herkömmliche Diversifizierungsstrategien* aus unserer Sicht nicht mehr zielführend. Bei längerfristiger Betrachtung der Marktentwicklung wird deutlich, dass traditionelle Vermögenswerte allein nicht ausreichen, um ein Portfolio optimal zu diversifizieren.*
Infrastruktur profitiert von robuster Nachfrage, doch das begrenzte Angebot erfordert sorgfältige Auswahl. Energie und Stromnetze, KI, Energiewende und Inflationsschutz bleiben die zentralen Themen. Abgesehen von den stark nachgefragten Tier-1-Anlagen sind Implementierung und Titelauswahl von entscheidender Bedeutung.
Der Private-Equity-Markt erholt sich von den Turbulenzen in der ersten Jahreshälfte. Die Zahl der Fusionen und Übernahmen steigt ebenso wie die der Exits, wozu auch steigende KI-Investitionen und der abnehmende „Fog of War" beitragen. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf nachhaltiger Wertschöpfung, der Spielraum für Multiple Expansion ist begrenzt.
Am Private-Debt-Markt könnten die Zweifel an der Liquidität einiger Instrumente bis auf Weiteres anhalten. Vor dem Hintergrund geringfügig steigender Spreads und einiger Zahlungsausfälle nimmt die Performance-Streuung am Markt zu. Das Transaktionsvolumen ist nach wie vor hoch, allerdings verschärft sich der Wettbewerb im standardisierten Kreditgeschäft.1
Die Erholung am Immobilienmarkt bleibt uneinheitlich: Hochwertige Logistikimmobilien, Rechenzentren und Wohnimmobilien steigen tendenziell wieder im Wert, Büroimmobilien stehen dagegen weiterhin unter Druck. Allerdings sorgt die Stabilisierung der Zinssätze zumindest für mehr Preistransparenz.
Konsequenzen für Anleger aus unserer Sicht
Private Assets zur Inflationsabsicherung
| Infrastruktur | Robuste Nachfrage bei begrenztem Angebot erfordert sorgfältige Auswahl |
| Private Equity | Nach den Turbulenzen im ersten Halbjahr kehrt das Vertrauen zurück |
| Private Debt | Eintritt in die mittlere Zyklusphase |
| Immobilien | Uneinheitliche Erholung |
Fondsauswahl
Weitere Überzeugungen unserer Experten
Quelle: Amundi Investment Institute Mid-Year Outlook 2026, "Power of endurance", Juni 2026.
*Eine Diversifizierung garantiert weder einen Gewinn noch schützt sie vor Verlusten.
1 Einfache, standardisierte Kreditgeschäfte mit geringer struktureller Komplexität.
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Stand: 20.07.2026