Überzeugungen unserer Experten

Das Potenzial der Schwellenländer

Halten Sie sich über diesen vielfältigen und dynamischen Markt auf dem Laufenden.

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In den Schwellenländern ist in den letzten Jahrzehnten viel passiert. Chancen sehen wir vor allem in Ländern, die eine wichtige Rolle in Lieferketten spielen, Rohstoffe exportieren oder eine glaubwürdige Politik verfolgen. Anleger sollten ihr Portfolio aus unserer Sicht zudem abseits von KI diversifizieren* und zum Beispiel in Rohstoffe investieren, die für die Energiewende notwendig sind. Vorsicht könnte geboten sein gegenüber Ländern mit schwacher Außenhandelsbilanz oder hoher Dollar-Abhängigkeit. 

Trotz der Folgen des Nahostkonflikts und steigender Energiepreise wachsen die Schwellenländer weiterhin schneller als die Industrieländer und dürften daher aus unserer Sicht ein wichtiger Wachstumsmotor bleiben, und auch technische Faktoren sprechen für den Markt.

Chinas Wirtschaft profitiert von robustem Exportwachstum, leidet jedoch unter der schwachen Binnennachfrage. Zwar rechnen wir dank Liquiditätszuflüssen aus dem Exportgeschäft und steigenden Ausgaben im Vorfeld des 15. Fünfjahresplans1 mit einem positiven Kreditimpuls, allerdings auch mit mageren Gewinnrevisionen und schwacher Profitabilität. Chancen sehen wir vor allem im Technologie- und Internetsektor, zumal China den Einsatz dieser Technologien auf die gesamte Wirtschaft ausweiten will. Das Land ist stark bei der Implementierung und der industriellen Skalierung von KI und profitiert dabei von seinem industriellen Potenzial, staatlicher Förderung, Zugang zu Energie und Verhandlungsmacht bei kritischen Rohstoffen. In der Entwicklung fortschrittlicher Chips hat China dagegen noch Nachholbedarf.

Indien gehört nach wie zu den vielversprechendsten langfristigen Wachstumsmärkten unter den Schwellenländern: Die Wachstumsprognosen für das Jahr 2026 liegen bei durchschnittlich 6,6%, die Unternehmensgewinne sind robust, die kurzfristigen Bewertungen weniger exzessiv und die Inflation innerhalb des Zielkorridors. Allerdings ist das Land aufgrund seiner Abhängigkeit von Energieimporten anfällig für steigende Inflation. Indien ist kein Hardware-Schwergewicht und profitiert daher aktuell nicht von dem KI-Boom, im Dienstleistungsbereich und in der nachgelagerten Nutzung der Technologie spielt das Land jedoch weiterhin eine wichtige Rolle.

Lateinamerika ist zweigeteilt: Auf der einen Seite stehen Rohstoffexporteure wie Brasilien und Kolumbien, die von Versorgungsengpässen am Energiemarkt profitieren könnten, auf der andere Seite stehen Importeure wie Chile und Peru. Der Kontinent exportiert Rohstoffe, die für die Energiewende benötigt werden. Und da Lateinamerika in der Entwicklung von KI kaum eine Rolle spielt, eignet sich ein Exposure aus unserer Sicht zudem zur Diversifizierung. *

In Brasilien zieht die Konjunktur nach einer Realerhöhung der Mindestlöhne und Renten wieder an, auch eine Einkommensteuerreform und die gute Ernte stützen das Wachstum. Unternehmensgewinne und Rentabilität sind solide, allmähliche Zinssenkungen dürften das Wachstum ebenfalls ankurbeln.

Konsequenzen für Anleger aus unserer Sicht

SchwellenländerSelektiv, Potenzial bietet vor allem der Technologiesektor
ChinaNeutral aufgrund mehrerer belastender Faktoren, vereinzelt Potenzial in den Bereichen KI und Technologie
IndienSinkende Ölpreise könnten den indischen Aktienmarkt stützen
LateinamerikaGuter Ausblick für Rohstoffexporteure

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Weitere Überzeugungen unserer Experten

Quelle: Amundi Investment Institute Mid-Year Outlook 2026, "Power of endurance", Juni 2026.

*Eine Diversifizierung garantiert weder einen Gewinn noch schützt sie vor Verlusten.

1 15. Fünfjahresplan: Chinas nächster Fünfjahresplan für den Zeitraum 2026 bis 2030, der voraussichtlich Investitionen in strategische Sektoren wie Technologie, Infrastruktur, Energiesicherheit und industrielle Modernisierung vorsehen wird.

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Stand: 20.07.2026