Amundi Investment Konferenz | Mai 2022

Montag, 16. Mai 2022

Marktkommentar, Nachhaltigkeit, Corporate

Die aktuellen Herausforderungen besonnen meistern


Amundi Investment Konferenz 2/2022

Der Krieg in der Ukraine belastet Unternehmen wie Investoren aktuell ebenso wie die Herausforderungen der Pandemie und des Klimawandels, Lieferkettenprobleme, hohe Inflation oder der Regimewechsel in der Geldpolitik. Die Referentinnen und Referenten der bereits zweiten Amundi Investment Konferenz diesem Jahr sorgten in diesem Dickicht an Verwerfungen für Überblick und sortierten in starken Analysen die aktuelle Situation.

 

 

Und sie zeigten Wege auf, wie Anleger auf das Umfeld reagieren und sich Investmentchancen erschließen können. Rund 700 Teilnehmer verfolgten das informative und spannende Online-Live-Event.

Christian Pellis: „Wir tragen besondere Verantwortung“
„Als verlässlicher Partner wollen wir von Amundi einen Beitrag leisten, besonnen durch dieses fordernde Umfeld zu navigieren“, erklärte Amundi Deutschland CEO und Gastgeber Christian Pellis zur Begrüßung der rund 700 Online-Teilnehmer der Amundi Investment Konferenz. Es gelte, umsichtig verbleibende Anlagechancen zu erschließen, etwa im Bereich der so wichtigen nachhaltigen Kapitalanlagen – dem Schwerpunktthema der aktuellen Amundi Investment Konferenz. „Amundi ist bereit, im Rahmen des Strategieplans „Ambition 2025“ sein ESG-Engagement weiter zu intensivieren, eine breite Palette an Net-Zero-Produkten anzubieten und den Dialog über mehr Verantwortung mit den Unternehmen auszuweiten“, betonte Christian Pellis.

Thomas Kruse: „Die Lohn-Preis-Spirale wird zu mindestens zwei Zinsschritten der EZB führen“
Die beiden CIOs und Chefstrategen, Thomas Kruse von Amundi und Stefan Bielmeier von der DZ PRIVATBANK, erklärten in ihrer Marktanalyse, auf welches Szenario sich Anleger im Verlauf des Jahres einstellen sollten. „Auch im Euroraum wird die Kerninflation ansteigen und die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale zunehmen“, erklärte Thomas Kruse. Im inflationären Umfeld setze Amundi derzeit vor allem auf Unternehmen mit Marktmacht, die höhere Preise auch an die Kunden weiterreichen könnten. Die vorübergehend rückläufige Performance bei ESG-Titeln sah Kruse entspannt. „Das ist ein Sondereffekt und erklärt sich in Relation zu der Outperformance der fossilen Energieträger in Folge des Ukrainekrieges – langfristig bleiben die guten Aussichten nachhaltiger Unternehmen intakt.“

Stefan Bielmeier: „Ich sehe die Globalisierung auf dem Rückzug“
„Der Ukrainekrieg bestimmt aktuell maßgeblich das Umfeld und verstärkt inflationäre Tendenzen – das nötigt die Notenbanken zu restriktiver Geldpolitik, die auch zu Abverkäufen an den Aktienmärkten führt“, erläuterte Stefan Bielmeier von der DZ PRIVATBANK, der auch den Peak der Globalisierung bereits überschritten sah. Die Rolle der Notenbanken wechsle nun also vom „Rainmaker“ zum „Bremser“. Höhere Zinsen könnten die Refinanzierung gerade für verschuldete Unternehmen deutlich erschweren. Eine generell steigende und zugleich verflachende Renditekurve sei zudem Indiz und Ausdruck zugleich für schwächeres Wachstum. „In diesem Szenario verlieren Unternehmensanleihen an Attraktivität während Staatsanleihen interessanter werden“, so Bielmeier.

Silvie Kreibiehl: „Die Zeit für mehr Nachhaltigkeit drängt“
Warum das Thema Nachhaltigkeit auch für Investoren von so hoher Bedeutung ist, zeigte Silvie Kreibiehl, Leitautorin des Kapitels Finance des aktuellen Weltklimaberichts und Vorstandsvorsitzende der NGO GERMANWATCH e.V., auf. „Wenn wir so weitermachen, können wir die Pariser-Klimaziele nicht einhalten“, so Kreibiehl. „Wir brauchen eine signifikante, kurzfristige Reduzierung der Emissionen, um auf einem 1,5 – 2 Grad-Pfad zu bleiben“, betont die Nachhaltigkeitsexpertin. Das erfordere starke Aktivität in allen Sektoren, eröffne aber auch großen Investmentbedarf und somit auch enorme Investmentchancen. „Der Zugang zu Kapital bleibt ein wesentlicher Treiber der Transformation, deshalb spielt der Finanzsektor eine Schlüsselrolle“, so Kreibiehl.

Dr. Andreas Steinert: „Wir wollen Net Zero vorzeitig erreichen“
Wie weit die Finanzindustrie bereits auf diesem Weg vorangekommen ist, veranschaulichte Dr. Andreas Steinert, Head of ESG bei Amundi, eindrucksvoll: „Als Mitglied der Net Zero Asset Managers-Initiative haben wir uns klar zur Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels bekannt“, betonte Dr. Steinert. „Mit unserem Strategieplan „Ambition 2025“ zeigen wir konkret auf, wie wir die Reduzierungen der CO2-Emissionen erreichen wollen.“ In Portfolien mit Net Zero Zielsetzung - werde die CO2-Intensität bis 2030 um 60% reduziert und bis 2050 das Ziel „Net Zero“ realisiert. Hierzu habe man eine Reihe von passiven Portfolien beispielsweise auf „EU Climate Transition Benchmarks“ und „Paris Aligned Benchmarks“ umgestellt. Es stehen zusätzliche Steuerungsgrößen wie Temperature-Scores und SBTi- Verpflichtungen zur Verfügung, deren Qualität sich über die Zeit aber noch verbessern wird.

Helen Windischbauer: „Unser Handelssystem zeigt bereits den Einfluss des Titels auf die CO2-Bilanz des Portfolios“
Wie dieser ESG-Ansatz konkret in den Amundi Portfolios und Produkten übersetzt wird, erläuterte im Anschluss Amundi Expertin Helen Windischbauer: „Wir arbeiten bereits täglich in unserem Handelssystem mit Instrumenten, die uns die Auswirkungen eines einzelnen Investments auf die CO2-Bilanz des Portfolios sehr genau über entsprechende Scores anzeigen.“ Wenn man bedenke, dass die nachhaltigen Benchmarks, die man in der Finanzbranche verwende, erst rund zwei Jahre alt sind, sei sie zuversichtlich, dass sich die Möglichkeiten für Investoren in Sachen Dekarbonisierung in den nächsten Jahren weiter stark verbessern können. „Die Kundenwünsche hinsichtlich mehr Verantwortung sind sehr heterogen, deshalb helfen Fortschritte beim Erkennen besonders nachhaltiger Investments auch, unsere ESG-Fondspalette für individuelle Bedürfnisse weiter auszudifferenzieren – das gilt für unsere aktiv gemanagten Fonds genauso wie für unsere ETFs“, so Windischbauer.

Prof. Lars Feld: „Deutschland kann die Herausforderungen stemmen“
Der ehemalige Vorsitzende des „Rates der Wirtschaftsweisen“, Prof. Lars Feld, wandte den Blick zum Schluss der Amundi Investment Konferenz nochmals auf die aktuellen Märkte: „Allein der Einbruch der Geschäfte mit Russland infolge der Sanktionen löst noch keine Finanzkrise aus“, betonte er zwar. Doch wirke der Krieg schon ohne Gasembargo dreifach belastend: „Unsicherheit, Handelseinschränkungen und explodierende Rohstoffpreise“ ließen nur einen Schluss zu: „Der Optimismus vor dem Krieg, dass wir nun aus dem Schatten der Pandemie wieder in normaleres Fahrwasser gelangen, hat sich weitgehend zerschlagen.“ Das aktuelle Stagflationsszenario lasse auch für die Notenbanken nur eine Option zu, nämlich die sukzessive Rückkehr der Zinsen. „Doch ich bin überzeugt, dass wir die anstehenden finanziellen Herausforderungen in Deutschland auch ohne Steuererhöhungen stemmen können!“

Gastgeber Christian Pellis beschloss das spannende Event mit einem herzlichen Dank an alle Rednerinnen und Redner, sowie die vielen interaktiv engagierten Teilnehmenden. „Die Herausforderungen sind gewaltig, deshalb werden wir insbesondere unser ESG-Engagement intensivieren. Doch vergessen Sie als Anleger nicht: Da draußen gibt es immer auch Investmentchancen – wir von Amundi unterstützen Sie dabei, diese zu nutzen.“

 

Rechtliche Hinweise:
Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 10.05.2022. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.

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