Überzeugungen unserer Experten

Europa auf dem Weg zu strategischer Autonomie

Was die europäischen Märkte bewegt

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Kurzfristig erwarten wir moderates Wachstum in Europa, doch laufende Reformen und der politische Kurswechsel könnten sich als transformativ erweisen. Strategische Initiativen – von Energie- und Rohstoffsicherheit über Zusammenarbeit in der Verteidigung bis hin zur digitalen Transformation – schaffen die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Untermauert wird dieser Wandel durch eine klare Strategie zum Ausstieg aus russischen Pipeline- und LNG-Importen bis Anfang 2028 sowie durch Bestrebungen, bestimmte Rohstoffe zukünftig gemeinsam einzukaufen und Vorräte anzulegen.

Auch die Aussicht auf eine institutionelle Reform der EU, die deutsche Haushaltsausweitung zur Förderung des Wachstums und die industrielle Neuausrichtung in Energieversorgung, Infrastruktur und Verteidigung stimmen uns vorsichtig optimistisch.

Die Aufrüstung Europas schreitet voran, allerdings sind die Fortschritte uneinheitlich: Zwar haben sich die Länder der EU auf ein gemeinsames Beschaffungsziel für 2030 von 40% geeinigt, doch rechtliche Ausnahmeregelungen und nationale Prioritäten beeinflussen weiterhin die Entscheidungen. 2026 wird es vor allem darauf ankommen, ob die Mitgliedstaaten eine gemeinsame Bedrohungseinschätzung in koordinierte Ausgaben und Lieferpläne umsetzen – und damit von der Symbolik abrücken, Produktionskapazitäten aufbauen und ihre Einsatzbereitschaft vorantreiben.

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Anstatt bestehende rechtliche Rahmenbedingungen abzuschaffen, sollen Reibungsverluste durch Anpassungen reduziert werden; Zeitplan und Geltungsbereich werden modifiziert, um die strategische Ausrichtung beizubehalten. Der EU-Binnenmarkt rückt wieder in den Fokus: Einschränkungen für den Dienstleistungssektor sollen abgebaut, der grenzüberschreitende Datenverkehr verbessert, Normen und deren Durchsetzung gestrafft werden.

 

Eine robuste Binnennachfrage, anhaltende Unterstützung durch die EZB und eine schnelle Umsetzung der Reformen sind Voraussetzung, damit das Momentum in Europa nicht abreißt. Steigende Schulden und Haushaltsvorgaben, die die Finanzpolitik insgesamt auf neutralem Kurs halten, sollten den Zentralbanken den nötigen Spielraum für eine expansive Geldpolitik geben, zumal auch die Inflation zurückgeht, das Lohnwachstum nachlässt und die Wirtschaft nicht ausgelastet ist.

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Philippe D’Orgeval

Philippe D’Orgeval

Deputy Group Chief Investment Officer

Der Weg Europas hin zu Strategischer Autonomie geht weiter, Reformen, Aufrüstung und Industriepolitik schaffen neue Anlagemöglichkeiten. Potenzial sehen wir bei Euro-Unternehmensanleihen, Infrastruktur und Strategischer Autonomie als Anlagethema, die das europäische Finanzsystem neu ordnen und auf einen selbsttragenden, langfristigen Wachstumskurs bringen könnten.

Philippe D’Orgeval, Deputy Group Chief Investment Officer

Sinkende Spreads zwischen zehnjährigen Bundesanleihen und US-Treasuries sowie die Aussicht auf sinkende Zinsen sprechen für eine Übergewichtung europäischer gegenüber US-Anleihen, zudem sollten berechenbarere fiskalische Regelungen und der größere Markt auch weiterhin internationale Investoren anlocken. Wir sind noch immer optimistisch für Staatsanleihen aus der Peripherie und sehen Potenzial in einzelnen Bereichen der Märkte für Investment-Grade-Unternehmensanleihen.

 

Zudem sollte die Binnennachfrage das Wachstum ankurbeln, weshalb wir Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen bevorzugen, die etwa zwei Drittel ihrer Umsätze innerhalb Europas erwirtschaften, daher weniger anfällig für externe Schocks und US-Zölle sind und stärker von der deutschen Haushaltsausweitung und dem Wiederaufbau der Ukraine profitieren sollten. Außerdem werden Small und Mid Caps mit deutlichen Abschlägen zu Large Caps gehandelt, die Aussicht auf sinkende Zinsen stützen die Bewertungen zusätzlich. 

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Potenzial sehen wir auch im Zusammenhang mit steigenden Infrastrukturausgaben für die Energiewende und Investitionen in Künstliche Intelligenz. Der Rüstungssektor befindet sich dank steigender Verteidigungsausgaben im Aufwind, die steilere Renditekurve sollte dem Finanzsektor Auftrieb verleihen.

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Quelle: Amundi Investment Institute, 2026 Investment Outlook - Keep it turning, November 2025.
 

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Stand: 15.01.2026