Anleihen in der neuen politischen Weltordnung
Mit knapp 9 Billionen US-Dollar halten ausländische Investoren so viele US-Staatsanleihen wie selten zuvor – trotz stetig steigender Defizite, Rekordschulden und einer Inflation jenseits der 2%-Marke. Aus unserer Sicht sind internationale Investoren zu optimistisch, dass die Dominanz und der Exzeptionalismus der USA anhalten werden.
Aktuell begibt die US-Regierung vor allem kurzfristige Anleihen, was zwar kurzfristig die Kosten senkt, aber den Druck auf die Fed erhöhen könnte, die Zinsen weiter zu senken.
In Erwartung der lockeren Geldpolitik sind die Anleiherenditen bereits gesunken, und tatsächlich könnte die Fed die Zinsen erneut senken, sollte der Arbeitsmarkt abkühlen. Geht sie jedoch zu weit, könnte die Inflation wieder ansteigen. Ratsam ist daher ein diszipliniertes, taktisches Duration-Exposure, zumal sich die Renditen 2026 wahrscheinlich in einer festen Spanne bewegen werden.
Investment-Grade-Unternehmensanleihen profitieren von dem begrenzten Angebot und soliden Bilanzen und eignen sich daher zur Diversifizierung* von Staatsanleihen, zudem könnten die Risikoaufschläge weiter sinken. In Europa sehen wir Potenzial im Finanzsektor.
Skeptisch sind wir dagegen bei Hochzinsanleihen; Risiken sehen wir unter anderem durch die Regionalbanken und das Private-Credit-Exposure, außerdem könnten Zölle die Cashflows belasten.
Deutschland wird seine Verteidigungsausgaben deutlich erhöhen und dazu im Jahr 2026 neue Schulden aufnehmen. Der Anstieg des Angebots an Staatsanleihen dürfte mit attraktiven Kaufgelegenheiten einhergehen.
Bis Mitte 2026 wird die EZB die Zinsen voraussichtlich auf 1,5% senken, was europäische Anleihen im Vergleich zu US-Treasuries insbesondere am kürzeren Ende der Zinskurve attraktiver machen wird. Niedrigere Zinsen im Euroraum dürften die Nachfrage europäischer und internationaler Investoren verstärken, die Alternativen zu US-Staatsanleihen suchen. Europäische Peripherie-Anleihen, insbesondere italienische und spanische Papiere, sehen attraktiv aus. Britische Staatsanleihen sind ebenfalls interessant und werden mit dem größten Abschlag gegenüber US-Staatsanleihen seit etwa zehn Jahren gehandelt.
Eigentlich hätte der US-Dollar dank wirtschaftsfreundlicher Deregulierung und der aggressiven US-Zollpolitik aufwerten sollen, doch diese Erwartung erfüllte sich nicht; stattdessen führten schwächere Wirtschaftsdaten zu einer Abwertung des Greenback. Inzwischen sind makroökonomische Fundamentaldaten keine eindeutige Belastung mehr für den Dollar, eine Trendumkehr langfristiger struktureller Kräfte halten wir dennoch für unwahrscheinlich. Wir gehen weiterhin von einem schwachen US-Dollar aus, eine lineare Abwertung erwarten wir gleichwohl nicht.
Die wirtschaftlichen Aussichten der Eurozone hängen von der Umsetzung von Reformen ab. Die Schuldenlast des Privatsektors ist relativ gering, für weitere Zinssenkungen gibt es also wenig Anlass. Wir erwarten daher eine Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar sowie gegenüber dem Schweizer Franken, aber – nach der übertriebenen Euro-Rallye im Jahr 2025 – eine Abwertung gegenüber zyklischen Währungen (skandinavische Währungen und der Australische Dollar) sowie gegenüber dem Japanischen Yen. Sinkende Staatsausgaben in Großbritannien werden das Wachstum voraussichtlich belasten und den Druck auf die Bank of England erhöhen, die Zinsen zu senken. Das Pfund Sterling ist von ausländischem Kapital abhängig, was Mehrrenditen durch Pfund-Cross-Kurse unwahrscheinlich macht, sofern das Wirtschaftswachstum nicht die Erwartungen übertrifft und das Vertrauen in die britische Finanzpolitik steigt.
Der japanische Yen bleibt schwach, zumal die Bank of Japan trotz normalisierter Renditen und günstiger Bewertungen zögert, die Realzinsen anzuheben. Die Verwerfungen sollten allmählich nachlassen; eine nachhaltige Aufwertung der japanischen Währung erfordert jedoch entweder eine härtere Landung oder ein glaubwürdiges Signal, dass die Zentralbank die Normalisierung ihrer Geldpolitik fortsetzt.
*Diversifizierung garantiert keinen Gewinn und schützt nicht vor Verlusten.
Quelle: Amundi Investment Institute, 2026 Investment Outlook - Keep it turning, November 2025.
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Stand: 15.01.2026