Trotz einer Vielzahl wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen sahen die hochkarätigen Referenten der Amundi Outlook Investment Konferenz auch optimistisch auf das noch junge Börsenjahr 2026 – und boten wie gewohnt Ausblick und Orientierung. Vor der Rekord-Kulisse von über 1.500 Online-Gästen analysierten interne und externe Experten am 21. Januar die Chancen und Risiken einer sich neuformierenden Weltordnung im Spannungsfeld der KI-Revolution – und zeigten auf, was für Investoren jetzt wichtig ist.

 

Christian Pellis: „Wir gehen aus einer Position der Stärke in die Zukunft“ 

In seiner Begrüßungsrede rief Christian Pellis, Gastgeber und CEO von Amundi Deutschland, zu mehr Optimismus auf: „Wir sollten nicht übersehen, dass wir in einigen Zukunftsfragen schon wichtige Fortschritte erzielt haben, auf die wir nun aufbauen können.“ So stimme ihn etwa die aktuell angekündigte Neuaufstellung der privaten Altersvorsorge zur besseren Nutzung der Chancen des Kapitalmarkts sehr „zuversichtlich“. Amundi blicke auf ein erfolgreiches Jahr 2025 mit Rekord-Assets under Management von nunmehr über 2,3 Bio. Euro zurück und wolle nun die bestehenden Stärken mit dem neu präsentierten Strategieplan „Invest for the Future“ in die Zukunft führen. „Dafür werden wir unser Engagement in den europäischen Kernmärkten – wie Deutschland – sowie unsere globale Präsenz, vor allem in Asien, ausweiten“, so Pellis. Darüber hinaus werde Amundi das Angebot passiver Anlagen, die optimierte Einbindung aktiven Managements und Produkte auf Basis der Private Markets engagiert vorantreiben, betonte der CEO. Wachstumspotenzial sehe man zudem im Bereich Technology: „Die jüngst erfolgreich abgeschlossene Integration des deutschen Technologieunternehmens aixigo in Amundi Technology erlaubt uns, eine Vielzahl innovativer Wealth-Tech-Solutions anzubieten und Finanzintermediäre umfassend bei der Digitalisierung ihres Serviceangebots zu unterstützen“, so Pellis.


Francesco Sandrini: „Mittelfristig steigt die Bedeutung der Schwellenländer“

In seiner Funktion als Global Head of Multi-Asset von Amundi fokussierte sich Francesco Sandrini auf die möglichen Anlagechancen in 2026, vor allem für Unternehmenstitel: „Weitere Zinssenkungen der EZB sowie eine expansive Fiskalpolitik der EU-Mitgliedsländer werden auch 2026 die europäischen Aktienmärkte unterstützen.“ Gerade Small- und Mid-Caps könnten von dieser freundlichen Zentralbankpolitik profitieren und so für eine Belebung der EU-Binnenwirtschaft sorgen. Die US-Dollar-Schwäche dürfte sich zwar auch 2026 noch etwas fortsetzen, doch: „An einen strukturellen Bedeutungsverlust des US-Dollars glauben wir nicht“, so Sandrini. Allerdings befeuere auch der schwächere Greenback das hohe Interesse an Anleihen sowie Aktien der Schwellenländer und in Teilen Asiens. Anleger sollten daher ihre strategische Asset Allokation anpassen: „Auf mittelfristige Sicht wird der Anteil der Emerging Markets an der Weltwirtschaftskraft weiter zunehmen. Das sollte sich auch in einer höheren Gewichtung widerspiegeln.“

  
Christian Nolting: „Die gesamte KI-Wertschöpfungskette wird nun interessant“

„Der rasante Siegeszug der Künstlichen Intelligenz dürfte über das Jahr 2026 hinaus anhalten und ein strukturelles Wachstumsthema bleiben“, zeigte sich Christian Nolting, Globaler Chief Investment Officer der Deutschen Bank, überzeugt. Dabei rücke nun mit zunehmender Bedeutung konkreter KI-Anwendungen die gesamte Breite der KI-Wertschöpfungskette in den Fokus der Kapitalanleger: „Die Segmente Energie, Versorger oder Verbraucher dürften nun in 2026 wesentliche Treiber des Bereichs KI werden.“ Auch die Normalisierung der zeitweise invertierten Zinskurven könnte im laufenden Jahr für positive reale Renditen bei Staatsanleihen sorgen, so Nolting. Aussichtsreiche Renditechancen böten zudem auch Unternehmensanleihen mit guter Bonität, sowie weiterhin Edelmetalle. „Gold dürfte trotz der bereits erfolgten Rallye auch in diesem Jahr weiteres Aufwärtspotenzial bieten“, so Nolting, der als Hauptgrund dafür die starke Nachfrage vonseiten der Notenbanken identifizierte.


Thomas Kruse: „Rücksetzer bieten Kaufgelegenheiten“

Amundi Deutschland-Chefstratege Thomas Kruse wertete in seiner Marktanalyse die gegenwärtige Goldstärke auch als Ausdruck der globalen Unsicherheit bezüglich der aktuellen geopolitischen Neuordnung. „Denn die robuste Konjunktur bietet derzeit wenig Anlass zu akuter Sorge, zumal Notenbanken wie die EZB noch Luft für weitere Zinssenkungen haben.“ Amundi rechne in 2026 sogar noch mit zwei weiteren Leitzinssenkungen der EZB und damit für Rückenwind bei europäischen Aktien. Mögliche Rücksetzer könnten sich dabei durchaus als Kaufgelegenheiten erweisen. „Generell bleiben wir leicht übergewichtet bei Aktien. Allerdings geht hierbei der Fokus weg von den USA und hin zu Europa und den Schwellenländern“, so Kruse. Wichtig bleibe „eine breite Diversifikation“ – auch mit aussichtsreichen Small- und Mid-Caps.


Jean-Jacques Barbéris: „Nachhaltigkeit ist zentraler Bestandteil der Unternehmensplanung“

Den aktuellen Stand des Investment-Themas „Nachhaltigkeit“ analysierte Jean-Jacques Barbéris, der aus Paris zugeschaltet war. Als Head of Institutional and Corporate Division & ESG bei Amundi sah der renommierte Experte Verantwortungsvolles Investieren in einer neuen Evolutionsstufe angekommen: „Wir befinden uns nun in einer deutlich praxisbezogenen Phase.“ Im vergangenen Jahr hätten mehr als die Hälfte der Unternehmen weltweit gemeldet, dass sich Klimaereignisse auf ihr Geschäft auswirken würden. „Dadurch ist Nachhaltigkeit von einer reinen Offenlegungspflicht zu einem zentralen Bestandteil der Planung und Budgetierung von Unternehmen geworden.“ In diesem Kontext blieb die Nachfrage großer Investoren nach verantwortungsvollen Investments in Europa und Asien 2025 fest. „In Europa beispielsweise konnten verantwortungsvolle Investmentfonds in den ersten drei Quartalen etwa ein Viertel der Nettozuflüsse für sich verbuchen.“ Für 2026 richtet sich der Fokus der Investoren jetzt auf „Impact Finance“, „Blended Finance“, „Natur Capital“ und „Klimaanpassung“.


Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest: „Nun sind mutige Reformen notwendig“

Die Wachstumsschwäche des Wirtschaftsstandorts Deutschland nahm anschließend Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, kritisch in den Blick. „Der ifo-Geschäftsklima-Index dokumentiert nach anfänglicher Hoffnung zum Regierungsantritt von Friedrich Merz nun zum Jahreswechsel wieder Ernüchterung.“ Immerhin bringe das Fiskalpaket Deutschland nach Jahren des Schrumpfens in 2026 voraussichtlich wieder ein BIP-Wachstum von 0,8%, doch: „Ein solches, rein binnenwirtschaftliches Wachstum ist natürlich nicht genug. Es bedarf nun auch mutiger Reformen, wenn das sogenannte Sondervermögen nicht verpuffen soll“, so Fuest. Notwendige Reformen benötige Deutschland insbesondere bei den Themen Rente, Bürokratieabbau, Bürgergeld, Innovationsförderung und einer Vertiefung des EU-Binnenmarktes für Dienstleistungen. „Wir haben diese Reformen als Land selbst in der Hand und könnten so das Fiskalpaket effizient flankieren.“


Hinweis: Für die nächste Amundi Investment Konferenz am 07.05.2026 mit spannenden Gästen können Sie sich gerne unter www.amundi-events.de anmelden.

Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 21.01.2026. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.