Fakten, Analysen und Meinungen in rund 70 Minuten sowie ein umfassender Blick auf alle aktuell wichtigen Kapitalmarktthemen – das ist das Konzept der neuen Amundi Investment Konferenz Kompakt. Renommierte Expertinnen und Experten erörterten am 7. Mai die Folgen des Iran-Krieges und Europas Bestrebungen nach mehr wirtschaftlicher, politischer und militärischer Autonomie – und ordneten das Geschehen für Investoren ein. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Thesen und Zitate lesen Sie hier:
 

Christian Pellis: „Kapitalmarktbasierte Altersvorsorgereform war überfällig“ 

Gastgeber und CEO von Amundi Deutschland, Christian Pellis, begrüßte die über 900 Online-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer trotz der vielen geopolitischen Herausforderungen mit Optimismus: „Ich sehe die aktuelle Krise insofern positiv, als die Bundesregierung nun endlich erkannt hat, dass wir dringend strukturelle Reformen brauchen.“ So sei beispielsweise die kürzlich beschlossene Stärkung der privaten Altersvorsorge ein „echter Game Changer“. Auch die betriebliche Altersvorsorge brauche eine umfassende Reform, so Pellis. Amundi blicke auf ein erfolgreiches erstes Quartal mit einem Rekord von nunmehr knapp 2,4 Bio. Euro Assets under Management. „Auch in Deutschland verwalten wir mittlerweile 163 Mrd. Euro. Für dieses große Vertrauen möchte ich mich bei allen Kunden und Partnern herzlich bedanken“, betonte Pellis.

Thomas Kruse: „Der Ölpreis dürfte Richtung 80 US-Dollar sinken“

Amundi Deutschland CIO Thomas Kruse zeigte sich in seiner Marktanalyse zuversichtlich, dass die Blockade der Straße von Hormus bereits auf kurze Sicht zu lösen sei: „Infolge dürfte der Ölpreis auch weiter sinken. Wir rechnen mit einem Barrelpreis von 80 US-Dollar gegen Jahresende.“ Er gehe davon aus, dass für dieses Jahr eher keine Zinsveränderung mehr zu erwarten sei, denn: „Sollte der hohe Ölpreis wie in unserem Hauptszenario nur vorübergehend sein, müsste die EZB nicht zwingend tätig werden.“ Deshalb sollten sich bei einer allmählichen Normalisierung der Energiekosten auch die Zinsen für Staatsanleihen, vor allem bei kürzeren Laufzeiten, wieder verringern, wobei die Zinsstrukturkurve wieder steiler werden dürfte, so Kruse.

Jörg Boysen: „Unterschiedliche Marktentwicklungen bieten Chancen“

Er blicke „konstruktiv“ auf die Aktienmärkte und bleibe somit trotz höherer Volatilität verhalten optimistisch, so Jörg Boysen, CIO von Deka Investments: „Dabei dürften wir regional teils deutliche Unterschiede der Entwicklung im Verlauf des Jahres sehen.“ Asien sei die am stärksten von den fehlenden Öl-Lieferungen durch die Blockade der Straße von Hormus betroffene Region. Eine Entspannung könnte die ohnehin gute Performance weiter beschleunigen. „KI bleibt auch 2026 ein strukturelles Thema, ist aber angesichts des Iran-Krieges und neuer Zoll-Tarife nicht mehr allein on top“, so Boysen, der deshalb für die besondere Bedeutung der Diversifikation im aktuell volatilen Umfeld plädierte. Gold sei dabei sicherlich auch weiterhin ein wichtiger Diversifikator, aber: „Der absolute Top-Performer wie im letzten Jahr wird Gold in diesem Jahr nicht.“

Prof. Schularick: „Europa hat noch viel ungenutztes Potenzial“

Einen kritischen Blick auf den Stand der europäischen Autonomie warf im Anschluss Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft. Europa müsse aufpassen, nicht zwischen den USA und China „zerdrückt“ zu werden. „Damit wir unsere Interessen global vertreten können, müssen wir auch militärisch fähig sein – sind wir bislang trotz immenser Rüstungsausgaben aber nicht“, konstatierte Schularick. „Wichtig ist jetzt, nicht in die Technologien des letzten Jahrhunderts zu investieren – etwa Panzer – sondern als Europäer gemeinsam in militärische Weltraumfähigkeiten, autonome Systeme oder Robotik. „Ein weiteres strategisches Asset wäre ein gemeinsamer EU-Kapitalmarkt, auch um die USA nicht weiter zu bevorzugen und die zentrale Stellung des US-Dollar in alle Zukunft fortzuschreiben“, so Schularick, der aus dem momentanen Rückstand in Sachen Autonomie noch viel Potenzial für die künftige Entwicklung Europas und damit auch für Investoren diagnostizierte.

Helen Windischbauer: „Bleiben Sie investiert und breit gestreut“

„Infrastruktur und Verteidigung sind gerade für Deutschland große Themen“, bestätigte Helen Windischbauer, Head of Multi Asset Solutions bei Amundi Deutschland. „Wir bekommen von den Unternehmen aktuell die Rückmeldung, dass zunehmend Aufträge in diesen Bereichen vergeben werden – somit stehen wir hier noch am Anfang einer Entwicklung mit guten Investitionschancen“, so Windischbauer. Auch für US-Aktien sei man angesichts deutlich übertroffener Gewinnerwartungen für das erste Quartal und zur Mitte der aktuellen Berichtssaison positiv. „Zudem ist Präsident Trump angesichts der bevorstehenden Mid-Term-Wahlen gefordert, Impulse für die US-Wirtschaft zu setzen“, betonte die erfahrene Portfoliomanagerin. Trotz der momentan höheren Volatilität gebe es immer auch Chancen im Markt: „Deshalb sollten Anlegerinnen und Anleger ihr Investment nicht überstürzt zurückfahren, sondern investiert bleiben und vor allem ganz bewusst breit streuen.“

Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 07.05.2026. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.