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Global Investment Views | September 2018

Märkte im Fokus» |

19. September 2018

10 Jahre nach Lehman Brothers: eine Bestandsaufnahme

Vor zehn Jahren läutete der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers die Finanzkrise ein. Die Nachwirkungen der Krise offenbaren eine Reihe von Widersprüchen – mit Auswirkungen sowohl auf die Realwirtschaft als auch die Finanzmärkte.


1. Der verpasste Schuldenabbau: 

Zwar wächst der Schuldenberg heute langsamer, ein tatsächlicher Schuldenabbau fand nach der Krise jedoch kaum statt. Mittlerweile sind steigende Zinsen und ein Ende des Konjunkturaufschwungs absehbar und werfen die Frage auf, ob die Verschuldung langfristig tragbar ist. Um Kapitalverluste zu vermeiden, müssen Anleger Schwachstellen erkennen, die sich zu spezifischen Risiken ausweiten könnten.

 

2. Die zwei Seiten der Liquidität: 

Trotz der Liquiditätsüberhänge in den Bilanzen der Zentralbanken hat die Liquidität auf Mikro-Ebene abgenommen. Verantwortlich dafür sind gesetzliche Vorschriften, die nach der Krise in Kraft traten. Bei der Umsetzung ihrer Anlagestrategien müssen Asset Manager eine Antwort auf dieses Liquiditätsparadox finden.

 

3. Ein Heilmittel mit ungewissen Nebeneffekten: 

Die Antwort auf die Krise war eine massive (zyklische) Wachstumsstimulation vor allem durch die Geldpolitik der Zentralbanken, der später – sogar in der Eurozone – staatliche Konjunkturprogramme folgten. Doch das Wesen dieser Krise, die ihren Ursprung im Kreditzyklus hatte, verzögerte die Heilung erheblich. Es kam zu neuen Verzerrungen, diesmal in Form einer Preisblase an den Finanzmärkten. Bleibt ein Produktivitätssprung aus, kehren die Märkte langfristig tendenziell zu ihren Fundamentalwerten (also zum Beispiel dem Ertragswachstum von Aktien) und niedrigeren Renditen zurück.

 

4. Ungleichheit und Instabilität haben zu- und nicht abgenommen: 

Da sich die Erholung weniger in der Realwirtschaft und mehr an den Finanzmärkten bemerkbar machte (anstatt der Löhne und Preise stiegen die Kurse für Vermögenswerte) und die Ungleichheit weiter zunahm, wendeten sich in vielen Ländern immer mehr Wähler populistischen Parteien zu. Die wachsende Bedeutung Chinas auf der politischen und wirtschaftlichen Weltbühne machte die Lage noch komplexer. Protektionismus ist eine weitere Folge einer nach innen gekehrten politischen Haltung. Die Globalisierung ist zwar noch nicht am Ende, Anleger sollten jedoch die erheblichen Verschiebungen in der Wachstumsstruktur der Weltwirtschaft analysieren und durch globale Strategien in lokale Wachstumsmotoren investieren. 

 

Kurzfristig zeichnet sich eine Abkühlung ab, deren Risiken deutlich über die bisher bekannten hinausgehen (höhere Inflation und steigende Zinsen durch mehr Wachstum). Auf Makro-Ebene gehören dazu unter anderem Brüche an den fragilsten Stellen und politische Risiken (Zölle, die ungewisse US-Außenpolitik), am Markt geht es vor allem um Liquidität und die strategische Ausrichtung. Länderspezifische Risiken (wie aktuell die Lage in Italien und der Türkei) könnten die Risikobereitschaft der Anleger belasten. Anleihen aus Peripherie- und Schwellenländern könnten kurzfristig unter Druck geraten. Für langfristige Anleger könnten sich aus solchen Kursverlusten jedoch interessante Einstiegspunkte ergeben (länderspezifische Probleme ausgenommen), zumal die Gefahr einer Dollar-Aufwertung und steigender Zinsen weitestgehend hinter uns liegt.

Wichtige Informationen

 

Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 05.09.2018. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen

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