Marktnervosität bei europäischen Banken – Fundamentaldaten jedoch solide

Mittwoch, 29. März 2023

Marktkommentar

Marktnervosität bei europäischen Banken – Fundamentaldaten jedoch solide


Die Unsicherheit an den Märkten setzte sich Ende der letzten Woche fort, die Volatilität im Bankensektor stieg; vor allem die Deutsche Bank stand unter Druck. Um die Märkte zu beruhigen, verwies EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf die Stärke des europäischen Bankensektors. Bundeskanzler Scholz erklärte, die Deutsche Bank sei profitabel und gebe daher keinen Anlass zur Sorge..

 

 
Nach dem starken Start ins neue Jahr und übertriebener Zuversicht steigt an den Märkten offenbar die Angst vor einer Rezession, allerdings haben sich die Fundamentaldaten in den vergangenen Wochen kaum verändert. Nicht nur Bankaktien sind eingebrochen, auch Energie- und Grundstoffwerte sowie die Ölpreise haben nachgegeben. Auf der Suche nach sicheren Häfen ziehen sich Anleger in Gold, Geldmärkte und Staatsanleihen zurück.

Zwar nimmt das Kreditwachstum weiter ab, mit einer Kreditkrise in Europa rechnen wir jedoch nicht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die relativ niedrige Verschuldung europäischer Unternehmen und Haushalte. Europäische Banken verfügen über reichlich Kapital und Liquidität und können daher die Realwirtschaft stützen. Wir rechnen daher nicht damit, dass sie die Kreditvergabe einstellen werden und kreditwürdige Kunden sich nicht mehr finanzieren können.

Die Fundamentaldaten der europäischen Banken sind solide, die Kapitalreserven – einschließlich die der Deutschen Bank – liegen über den regulatorischen Anforderungen. Außerdem haben die EZB und andere Zentralbanken ausdrücklich versichert, bei etwaigen Liquiditätsengpässen im System einzugreifen. Alle europäischen Aufsichtsbehörden haben Bankanlegern zudem versichert, im Falle einer Abwicklung oder Fusion die Kapitalhierarchie einzuhalten, und damit bestätigt, dass die Credit Suisse eine Ausnahme war. Im Bankensektor bevorzugen wir weiterhin Privatkundenbanken mit einer stabilen, diversifizierten Einlagenbasis und hoher Rentabilität, die ihre Kapitalkosten decken können. Wegen der steigenden Zinsen achten die Märkte inzwischen genauer auf die Geschäftsmodelle der Banken und legen zunehmend Wert auf nachhaltige Gewinne.

In diesem unsicheren Umfeld bewerten die Märkte die Konjunkturaussichten neu. Aus unserer Sicht könnte daher eine ausgewogene, konservative Strategie weiterhin Sinn ergeben, mit Schwerpunkt auf Staatsanleihen, die Aktienrisiken jetzt wieder diversifizieren können, sowie Gold. Bei der Aktienauswahl ist unserer Meinung nach im aktuellen Umfeld Qualität entscheidend, also Unternehmen mit niedrigem Verschuldungsgrad, stabilen Erträgen und soliden Bilanzen. Aufgrund der schwachen Konjunkturaussichten dürften zyklische Sektoren wie Banken, Energie und Grundstoffe wahrscheinlich bis auf Weiteres unter Druck stehen, wodurch sich jedoch im Laufe des Jahres neue Einstiegsmöglichkeiten ergeben könnten.

Rechtliche Hinweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 24.03.2023. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.

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