Märkte im Fokus | August 2016

9. August 2016

Märkte im Fokus – Multi-Asset-Investmentideen

Die Makro-Strategen von Pioneer Investments erklären, welche Auswirkungen niedriges Wachstum bei gleichzeitig niedriger Inflation auf die Anlagestrategie haben kann. Außerdem: eine Übersicht über die globale Asset-Allokation, Risikoerwartungen und Hedging-Strategien.


Eine Low/Low-Falle spricht für Risikoabbau

 

Der Konjunkturausblick erscheint nach dem Brexit unsicherer, weitere Rückschläge sind nicht auszuschließen. Das Brexit-Referendum fiel in eine ohnehin schon schwächere Konjunkturphase, die von hohen Schulden, niedriger Produktivität und einer ungünstigen demographischen Entwicklung geprägt war. Auf kürzere Sicht gehen wir davon aus, dass die Unterstützung der Zentralbanken eine wichtige Rolle dabei spielen wird, die Stabilität der globalen Finanzsysteme zu erhalten. Mittelfristig erscheint jedoch das Konjunkturszenario uneinheitlicher, und vieles wird von der Entwicklung der politischen Debatte und den vor allem auf europäischer Ebene getroffenen Maßnahmen abhängen. Unser Basisszenario hat sich etwas eingetrübt und spiegelt unsere Erwartung wider, dass der Weltwirtschaft eine längere Phase geringen Wachstums und geringer Inflation, verbunden mit dem Risiko einer politischen Lähmung, bevorsteht.

 

Annahmen zum Basisszenario

 

Diesem Szenario der „Low/Low-Falle” liegt die Annahme zugrunde, dass die Europäische Union intakt bleibt, politischer Stillstand jedoch weitere Schritte hin zu einer stärker integrierten Union verhindern dürfte. Im globalen Vergleich wird sich die US-Wirtschaft voraussichtlich relativ gut entwickeln. Die Emerging Markets werden sich unserer Einschätzung nach als robuster erweisen als die Industrieländer, die höheren geopolitischen Risiken sowie dem Risiko einer unangemessenen Geldpolitik ausgesetzt sind. Zu diesem Basisszenario (60%) gibt es noch alternative Szenarien, die unserer Meinung nach ebenfalls eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit haben. Eines davon beinhaltet mögliche Schocks und ein Auseinanderbrechen der Eurozone und wäre das am meisten besorgniserregende Szenario hinsichtlich der negativen Auswirkungen für Wirtschaft und Investitionen.

 

Es würde eintreten, wenn der Brexit einen Dominoeffekt auf europäischer Ebene mit entsprechenden wirtschaftlichen Ansteckungseffekten auslösen würde oder wenn China eine harte Landung erlebt. Im Szenario der „Low/Low-Falle“ würden wir es für sinnvoll halten, die Asset-Allokation auf eine effektive Diversifikation auszurichten, um mögliche Turbulenzen, die durch wachsende Risiken im globalen Szenario entstehen, zu beherrschen. Gold und der US-Dollar können unseres Erachtens gut zur Absicherung gegen diese Risiken eingesetzt werden.

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